REKLAMATIONBEDIENUNGEN

I. Allgemeine Bestimmungen

1. Der Verkäufer verantwortet für die Mängel, welche die verkaufte Ware bei Übernahme durch den Käufer hat. Bei genutzten Sachen verantwortet der Verkäufer nicht für Mängel, die durch ihre Nutzung oder Abnutzung entstanden sind. Bei Sachen, die für niedrigeren Preis verkauft wurden, verantwortet der Verkäufer nicht für Mängel, für welche ein niedrigerer Preis verhandelt wurde.
2. Das Eigentumsrecht des gekauften Gegenstandes geht auf den Käufer im Augenblick der Kaufpreiszahlung für die Ware über. Bei einem Selbstbedienungsverkauf kommt es zum Übergang des Eigentumsrechts zum gekauften Gegenstand im Augenblick der Kaufpreiszahlung für die Ware.
3. Der Käufer ist verpflichtet nach der Warenübernahme ihre Menge, Qualität und Verpackung zu kontrollieren und unverzüglich (ohne überflüssigen Verzug) dem Verkäufer eventuelle Mankos zu melden. (§599 BG)
4. Die Garantie bezieht sich nur auf das im Lieferschein und Rechnung angegebene Produkt und betrifft alle durch Materialfehler, Fehlkonstruktion oder Fehlerverarbeitung entstandenen Mängel, die innerhalb der Garantiefrist festgestellt worden sind. Die Garantie bezieht sich auf verborgene Mängel im Lieferungsgegenstand, aber sie bezieht sich nicht auf Mängel, die durch nicht fachgemäße Manipulation oder durch nicht fachgemäßen Eingriff im Produkt entstanden sind nach seiner Übergabe dem Käufer oder seinem Vertreter. Anschließende Beschädigung der Außenseite des Lieferungsgegenstands durch Kratzer oder Ähnliches nimmt man nicht als verborgene Mängel an. (§ 619 BG)
5. Durch Erwerb des Eigentumsrechts geht auf den Käufer die Gefahr des zufälligen Untergangs, Vernichtung und Beschädigung der Ware über.


II. Reklamationsfristen

1. Die Warengarantie beträgt 24 Monate. Die Garantiefristen laufen ab dem Tag der Warenübernahme durch den Käufer (§ 621 des Bürgerlichen Gesetzbuches, weiter nur „BG"). Die Garantiefrist bezieht sich auch auf die im Ausverkauf oder Sonderangebot verkauften Produkte. Falls aber ein Sonderangebot in Bezug zum bestimmten Warenmangel besteht, kann dieser Mangel nicht der Gegenstand der Reklamation sein. (§ 619 BG)

2. Falls auf der verkauften Ware, ihrer Packung oder Anleitung die Verwendungsfrist angegeben ist (Expirationszeit), endet die Garantiefrist nicht vor Ablauf dieser Frist.
3. Falls sich auf die verkaufte Ware eine Garantiefrist länger als 24 Monate bezieht, ist der Verkäufer verpflichtet dem Käufer beim Verkauf einen Garantieschein mit Angabe der Garantiefrist auszustellen. Im Garantieschein sind die Bedingungen und Ausmaß dieser Garantie anzugeben.
4. Die Rechte auf die Mängelverantwortung muss der Käufer in der Garantiefrist geltend machen, anderenfalls gehen die Rechte verloren.


III. Anspruchsverlust auf Garantie-Ansprüche

Die aus der Garantie hervorgehende Ansprüche gehen verloren, wenn die Ware:
- durch den Transport des Verbrauchers beschädigt wurde
- durch nicht fachgemäße Manipulation oder schlechte Lagerung nach Warenübernahme beschädigt wurde
- beschmutzt und nicht fachgemäß gereinigt wurde
- durch nicht fachgemäßen Eingriff in ihre Konstruktion beschädigt wurde
- durch übermäßige Verwendung wertgemindert wird oder sie wurde zum anderen Zweck als es üblich ist verwendet
- von Haustieren oder Ähnlichen beschädigt wurde


IV. Ort der Geltendmachung der Reklamation

1. Offensichtliche Mängel muss man unverzüglich am Telefon oder per E-Mail reklamieren.
2. Der Verkäufer ist verpflichtet die Reklamation innerhalb von 10 Arbeitstagen und in begründeten Fällen innerhalb von 30 Tagen ab der Geltendmachung der Reklamation zu erledigen. Zitiert aus § 18 Abs. 4 im Verbraucherschutzgesetz: „Falls der Verbraucher eine Reklamation geltend macht, ist der Verkäufer oder durch ihn beauftragter Arbeitnehmer oder die bestimmte dritte Person verpflichtet den Verbraucher über seine Rechte laut allgemeiner Vorschrift zu belehren. Aufgrund der Entscheidung des Verbrauchers, welche von diesen Rechten ausgehend der Verbraucher geltend macht, ist er verpflichtet die Erledigungsart der Reklamation laut § 2 Buchst. m) sofort zu bestimmen, in schwierigen Fällen spätestens innerhalb von 3 Arbeitstagen ab dem Tag der Geltendmachung der Reklamation, in begründeten Fällen, hauptsächlich, wenn eine komplexe technische Verwertung vom Zustand des Produkts oder der Dienstleistung erfordert wird, spätestens innerhalb von 30 Tagen ab dem Tag der Geltendmachung der Reklamation. Nach der Festlegung der Erledigungsart der Reklamation wird die Reklamation sofort erledigt, in begründeten Fällen kann man die Reklamation auch später erledigen; die Erledigung einer Reklamation kann nicht mehr als 30 Tage dauern ab dem Tag der Geltendmachung der Reklamation. Nach dem Fristablauf zur Erledigung der Reklamation ist der Verbraucher berechtigt vom Vertrag abzutreten oder er ist berechtigt einen Produktaustausch anzufordern."
3. Die Erledigung der Reklamation kann nicht länger als 30 Tage dauern (§ 18 Abs. 4 VG).
4. Im Falle einer Warenreklamation stellt der Verkäufer ein Reklamationsprotokoll in 2 Ausfertigungen aus, eine Ausfertigung erhält der Käufer, eine Ausfertigung bleibt im Geschäft.
5. Der Käufer liefert die reklamierte Ware zum Reklamationsort zur Begutachtung der Reklamation. Im Ausnahmefall entscheidet der Verkäufer wie die Reklamation begutachtet wird.
6. Die Reklamation bezieht sich nicht auf natürliche Alterung und gewöhnliche Produktabnutzung.
V. Nicht entfernbare Mängel
1. Falls es um Mangel geht, welcher nicht zu entfernen geht und welcher die ordentliche Verwendung der Ware im Gegensatz zu einer Ware ohne Mangel verhindert, entsteht dem Käufer das Recht auf Warenaustausch oder das Recht zum Vertragsrücktritt.
2. Falls es um einen nicht entfernbaren Mangel geht, welcher die Nutzung der Ware nicht verhindert, entsteht dem Käufer das Recht auf angemessene Ermäßigung von Warenpreis. Bei Bestimmung der angemessenen Ermäßigung nimmt man den konkreten Mangel, den Grad und die Art der Warenabnutzung, Verwendungsdauer der Ware und Möglichkeiten ihrer weiteren Nutzung in Betracht.

 

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